Politische Ausrichtung von "Rio bewegt.Uns."

Damit sich die Situation der Menschen während und nach den Olympischen und Paralympischen Spiele in Rio de Janeiro nachhaltig verbessert, stellt "Rio bewegt.Uns." Handlungsperspektiven auf.

Die Teilnehmenden des Kongresses "Mehr als 100 Tage Frieden", der am 23. Juni 2016 in Rio stattfand, wollen sich zukünftig von ihnen leiten lassen.

Die StraßenhändlerInnen vom Netzwerk "Dom Hélder Camara" der Erzdiözes von Rio konnten ihre Waren auf dem Olympic Boulevard in Rio verkaufen. Ein riesiger Erfolg! (Foto: Weise)

1. Fairness – Beteiligung

Für Rio de Janeiro:

Die Verantwortlichen in Politik und Sport setzen sich in Rio de Janeiro dafür ein, den Zugang für alle Bevölkerungsgruppen (ohne Rücksicht auf Herkunft, Hautfarbe, sozialer Status) zu den Spielen zu gewährleisten.

Die Verantwortlichen in Sport, Wirtschaft, Politik und Kirche begrüßen Programme, die sich dafür einsetzen, dass Menschen, die ihren Lebensunterhalt üblicherweise bei sportlichen  Großereignissen (z.B. durch Getränke- oder Lebensmittelverkäufe) verdienen, dies auch bei den Olympischen und Paralympischen Spielen verfolgen können.

Die Verantwortlichen in Wirtschaft, Politik und Kirche setzen sich für eine angemessene Entschädigungen der Bevölkerungsgruppen ein, die aufgrund von Baumaßnahmen umgesiedelt wurden.

Für zukünftige Olympische und Paralympische Spiele:

Die Verantwortlichen in Sport und Politik setzen sich für einen transparenten, beteiligungsorientierten
Planungsprozess mit der ortansässigen Bevölkerung ein.


Mädchen aus dem Sport- und Sozialprojekt in Campinho. (Foto: Weise)

2. Frieden – Keine Diskriminierung

Für Rio de Janeiro:

Die Verantwortlichen in der Politik setzen sich dafür ein, dass sicherheits- und friedensfördernden Maßnahmen, die während der Spiele umgesetzt werden, auch über den Zeitraum der Spiele in Rio de Janeiro und den umliegenden Städten hinaus wirken. Sie achten darauf, dass Sicherheitsmaßnahmen bestimmte Bevölkerungsgruppen, während der Spiele in Rio de Janeiro, nicht diskriminieren.

Für zukünftige Olympische und Paralympische Spiele:

Die Verantwortlichen in Sport, Kirche, Gesellschaft und Politik verpflichten sich, Olympische  und Paralympische Spiele als Beispiel für friedliches Miteinander ohne Diskriminierung und als Impuls für eine nachhaltige friedliche Entwicklung zu gestalten.


Ein Gang im Armenviertel Rocinha, der größten Favela von Rio de Janeiro. Eine sanitäre Grundversorgung gibt es hier nicht. (Foto: Weise)

3. Nachhaltigkeit – ökologisch, sozial und wirtschaftlich

Für Rio de Janeiro:

Die Verantwortlichen in der Politik, Gesellschaft, Sport, Kirche und Wirtschaft begrüßen Programme, die sich  dafür einsetzen, eine sanitäre Grundversorgung für alle Menschen in der Region Rio de Janeiro zu schaffen.
Zudem ermöglichen sie, als Hilfe zur Selbsthilfe, Bildung besonders zu Themen des Umgangs mit Wasser, Abfall und Wertstoffen (Empowerment).

Für zukünftige Olympische und Paralympische Spiele:

Die Verantwortlichen in Sport und Politik verpflichten sich Olympische und Paralympische Spiele in der Planung und Durchführung sowie im Hinblick auf die nachhaltigen Auswirkungen für die  Lebensbedingungen der ortsansässigen Bevölkerung an nachhaltigen ökologischen, sozialen und  wirtschaftlichen Kriterien auszurichten.


Kinder aus Favelas in Rio probieren sich im Fechten - eine für sie bisher unbekannte Sportart. (Foto: Weise)

4. Leistung – Sport für alle

Für Rio de Janeiro:

Die Verantwortlichen in der Politik, Sport, Gesellschaft und Wirtschaft setzen sich dafür ein, dass allen Menschen der Zugang zu Sport ermöglicht wird und es mehr Sportstätten sowie Breitensportangebote für alle Menschen mit und ohne Behinderungen in der Region Rio de Janeiro gibt. Diese Aspekte werden auch bei der Nachnutzung der Wettkampfstätten berücksichtigt. Bei allen Maßnahmen wird ein besonderes Augenmerk auf Inklusion und Barrierefreiheit gelegt.

Für zukünftige Olympische und Paralympische Spiele:

Die Verantwortlichen in Sport und Politik verpflichten sich, bei den Planungen Olympischer und Paralympischer Spiele Nachnutzungen durch den Breitensport und Inklusion im Sinne der Nachhaltigkeit verstärkt zu berücksichtigen. Sie setzen sich dafür ein, Sport als Menschenrecht für Menschen mit und ohne Behinderungen umzusetzen.


5. Hoffnung – Chancen ermöglichen

Für Rio de Janeiro:

Die Verantwortlichen in Kirche, Politik und Gesellschaft setzen sich dafür ein, Projekte für besonders benachteiligter Bevölkerungsgruppen zu stärken, um ihnen bürgerschaftliche Teilhabe zu ermöglichen und soziale sowie ökologische Entwicklung verstärkt nachhaltig zu fördern.

Für zukünftige Olympische und Paralympische Spiele:

Die Verantwortlichen in Sport und Politik verpflichten sich, dass zukünftig die Spiele besonders Chancen für benachteiligte Bevölkerungsgruppen ermöglichen.
Die Verantwortlichen der Kirchen (Pfarreien, Diözesen, Orden und Bewegungen) verpflichten sich, im Sinne der vorrangigen Option für die Armen und die Jugend, weiter als Interessenvertreter derer, die keine hörbare Stimme haben sowie als Vermittler und Unterstützer von Prozessen für nachhaltige soziale und ökologische Entwicklung zu agieren.