Olympia 2016: „Gewinner darf es nicht nur in den Stadien geben!“

Katholische Verbände, Organisationen und Hilfswerke gründen gemeinsam mit dem Deutschen Olympischen Sportbund das Aktionsbündnis „Rio bewegt.Uns.“ 

Köln. Fairplay für alle Menschen in Rio de Janeiro: Mit Blick auf die Olympischen Spiele im kommenden Jahr in der brasilianischen Metropole fordern katholische Verbände, Organisationen und Hilfswerke gemeinsam mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) Startchancen für alle Menschen, insbesondere für die Menschen, die in armen Verhältnissen und im Abseits leben müssen. „Die Armen haben ein Recht auf eine gerechte und bessere Zukunft“, sagte Stephan Jentgens, Geschäftsführer des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat als einer der Sprecher des Aktionsbündnisses „Rio bewegt.Uns.“ am Montag in Köln.

Die Olympischen Spiele sollen als Zeichen des Friedens, der Solidarität und der Menschenrechte ein weltweites Signal sein und eine Botschaft der Hoffnung und Freude verbreiten, betonte Michael Vesper, Vorstandsvorsitzender des DOSB. Gemeinsam mit den Partnern in Brasilien solle darauf hingewirkt werden, dass die Vorbereitung und Durchführung der Olympischen Spiele 2016 mit einem klaren Bekenntnis und sichtbaren Zeichen für die Einhaltung der universalen  Menschenrechte und ökologische und soziale Nachhaltigkeit verbunden werde. „In Brasilien gibt es soziale Spannungen, aber wir können im Zuge der olympischen Spiele gemeinsam dazu beitragen, dass sich etwas ändert“, sagte Vesper.

Das Aktionsbündnis „Rio bewegt.Uns.“ vereint Sport-, Jugend- und Erwachsenenverbände sowie Träger der Bildungsarbeit und Akteure weltkirchlichen Handelns – unter ihnen Adveniat, Misereor, die Franziskanermission, Kolping, KDFB, BDKJ und den DJK-Sportverband. „Im Bündnis sind auf katholischer Seite rund zwei Millionen Menschen in den angeschlossenen Mitgliedsverbänden organisiert“, berichtete Franz Gulde, Abteilungsleiter Bildung bei Misereor und Mitglied der Leitung des Aktionsbündnisses. Dazu kommen der DOSB, die Deutsche Sportjugend und als Partner in Brasilien die Brasilianische Bischofskonferenz, die Brasilianische Ordenskonferenz und die Erzdiözese Rio de Janeiro. „Wir möchten die Menschen in Deutschland mobilisieren und mit Bildungsarbeit unterstützen. Im Zentrum stehen dabei die fünf Werte Nachhaltigkeit, Leistung, Hoffnung, Fairness und Frieden“, erklärte Franz Gulde. „Wir möchten in Deutschland und Brasilien Menschen finden, die sich für diese Werte stark machen und dadurch die Gesellschaft verändern.“ Auch olympische Athleten werden sich in die Kampagne einbringen, betonte Michael Vesper - aber erst nachdem sie ihre Wettkämpfe in Rio abgeschlossen haben, fügte er hinzu. So werden Sportler und Funktionäre beispielsweise soziale Projekte in Rio de Janeiro besuchen, die im Rahmen der Kampagne unterstützt und gefördert werden.

Das Aktionsbündnis unterstützt über die Hilfswerke soziale und nachhaltige Projekte an der Basis, in denen vor allem junge Menschen aus den Armenvierteln Startchancen für ein besseres Leben gegeben werden. Stephan Jentgens berichtete von einem Projekt, dessen Ziel es ist, Straßenkinder zu betreuen, Vertrauen zu ihnen aufzubauen und sie wieder in die Gesellschaft oder sogar ihre Familien einzugliedern. Ein Bus steht mehrere Monate in Rio an den Orten, wo sich viele Straßenkinder aufhalten. Der Bus stellt Computerplätze und einen Raum für Privatgespräche bereit. Draußen bieten Sozialarbeiter Capoeira-Unterricht an.

Am 6. April 2016 findet im „Haus des Sports“ in Hamburg die Auftaktveranstaltung der Kampagne „Rio bewegt.Uns.“ statt. In diesem Rahmen wird der Aktionszeitraum eingeläutet, der bis zum Ende der Paralympics andauern wird. In diesem Zeitraum ruft das Aktionsbündnis verstärkt dazu auf, sich für die Menschen in Rio de Janeiro in Bewegung zu setzen: Bei Solidaritätsläufen, als Wandergruppe, auf dem Fahrrad oder im Rollstuhl. Es gilt, Kilometer zurückzulegen und Geld zu sammeln für nachhaltige Projekte im Großraum Rio de Janeiro.