Grundstein für eine bessere Zukunft

Mahlzeiten, Bildung, Sicherheit, Halt - das bekommen die Kleinsten in der Kita Pintinho Dourado.
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Maria Clara stapft angestrengt den Hügel hoch. Zwischen Steinen, Matsch und Müll setzt sie ihre kleinen Füßchen in den bunten Flipflops. Jeden Wochentag macht die Zweijährige um kurz vor sieben an der Hand ihrer Mutter den Aufstieg. Denn dann geht es in die Kita. Sie liegt nicht weit weg von ihrem Haus, aber der große Hügel ist eine enorme Hürde für die Kleine.

Viele Kinder steigen zu dieser Zeit den Hügel hinauf, an der Hand ihrer Eltern oder älteren Geschwister. Die, die niemanden haben, der sie bringt, können nicht in die Kita gehen – der Aufstieg ist zu beschwerlich und zu gefährlich. Nicht nur wegen der Rutschgefahr.

Die Kindertagesstätte Pintinho Dourado (Goldenes Küken) liegt im Complexo 18, einer Favela weit im Norden Rio de Janeiros.

In der Kita werden 40 Kinder zwischen einem halben Jahr und vier Jahren täglich betreut. Sie bekommen regelmäßige Mahlzeiten und können an Aktivitäten teilnehmen – alles in einer sicheren Umgebung.

Maria Clara putzt sich die Zähne. In der Kita wird darauf streng geachtet. (Fotos: Steffen)

Der Complexo 18 ist gefährlich. Es ist keine befriedete Gegend, hier liefern sich Drogengangs Schusswechsel. Die Einschusslöcher an der Hauswand der Kita sind die schrecklichen Zeugen. Genauso wie die Kinder selbst. Kommt es zu einer Schießerei, müssen sich die Kleinen in der Vorratskammer der Kita verstecken – es ist der sicherste Ort des Gebäudes.

Maria Claras junges Leben ist schon geprägt von dieser alltäglichen Gewalt. Ihr Vater, der in das Drogengeschäft verwickelt war, wurde vor Kurzem ermordet. Sein Körper wurde vernichtet, weswegen die Familie keine staatliche Hilfe erhält – sie können nicht beweisen, dass er wirklich gestorben ist. Die 30-jährige Elisangela, Maria Claras Mutter, muss mit ihren drei Kindern nun alleine über die Runden kommen. Ohne Arbeit.

Elisangela und mit den beiden Töchtern vor ihrem Haus.

„Weil ich weiß, dass Maria Clara gut aufgehoben ist, kann ich endlich auf Jobsuche gehen. Ich bin froh, dass die Kita so nah ist“, sagt Elisangela erleichtert.
Besonders gefährdete oder bedürftige Familien, deren Kinder die Kita besuchen, werden durch Sozialarbeiter begleitet, beraten und materiell unterstützt. Noch versucht Elisangela es allein zu schaffen, vielleicht muss sie aber bald auf die Hilfe zurückgreifen.

Pintinho Dourado ist die einzige Kita in dem Armenviertel.
Sie verändert das Viertel und besonders die Menschen, die hier leben. Die meisten von ihnen landen zwar immer noch in dem Teufelskreis aus Drogen und Gewalt, aber einige ehemalige Kita-Kinder haben nach der Schule einen Job gefunden oder begonnen zu studieren. Sie bekamen die Chance, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und haben sie ergriffen.

„Bei uns wird die Basis für das Leben der Kinder gelegt. Sie werden an feste Strukturen herangeführt und erhalten einen Zugang zu Bildung. Das ist der Schlüssel für ein besseres Leben“, Fernanda Milanez, brasilianische Geschäftsführerin des Vereins „Kinder in Rio“, zu dem die Kita gehört.

"Pintinho Dourado" braucht Unterstützung:

  • für Lebensmittel

  • für pädagogisches Personals

  • für ein neues Gebäude am Fuß des Hügels, das für die Kinder besser zu erreichen ist

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