Kolpingsfamilien

Gelebte Alternativen in von Gewalt gepräten Armenvierteln. Jetzt spenden!

Sie heißen Vila Kennedy oder Vila Aliança – Bangu, Bom Jesus oder Tanguá/Niterói; klingende Namen, hinter denen sich in Rio de Janeiro eine traurige und oft gefährliche Wirklichkeit verbirgt. In diesen Vierteln setzen sich Mitglieder der Kolpingsfamilien, unterstützt von Sozialpädagogen, ehrenamtlich vor allem für Kinder und Jugendliche und besonders für sozial benachteiligte Familien dafür ein, einen Ort zu schaffen, wo sie aufatmen können.

Kinder und Jugendliche in Judo-Anzügen posieren für das Foto.
Spielkreise, Kurse in Kunsthandwerk und Sport machen Freude und Mut, anders leben zu wollen als die meisten in den von Kriminellen und Drogenbanden kontrollierten Favelas. (Fotos: Kolping)

Es ist immer wieder eine berührende Erfahrung für die Kursleiter und Betreuer, wenn ganz in sich verschlossene, misstrauische und traurige Kinder langsam aufblühen, Vertrauen fassen und Freude finden. Auch für die Erwachsenen ist es wichtig, Rückhalt zu erfahren. Sie wollen anders leben, ihre Familien vor Gewalt und Kriminalisierung schützen, ihre Kinder stark machen, damit sie den Drogen widerstehen. Doch alleine ist das in einer Favela, in die sich weder Ordnungskräfte noch Vertreter der Kirche hineinwagen dürfen, sehr schwer.

In Veranstaltungen lernen die Kolpingmitglieder, wie Staat und Gesellschaft funktionieren, welche Pflichten, aber auch welche Rechte sie haben und einfordern dürfen. Sie werden ermutigt, sich mit anderen Gruppen und Bewegungen zu vernetzen und z. B. für Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit und Umweltschutz einzutreten. In Gemeinderäten können sie Mitsprache erhalten und an einer gerechteren Gesellschaft mitarbeiten.

Dass die Olympischen und Paralympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro abgehalten werden, wollen die Kolpingsfamilien nutzen, um diesen Initiativen noch mehr Schwung und Rückhalt zu geben und neue Mitglieder zu gewinnen.

Stärkung der Standorte

Die besonderen Bedürfnisse und Schwerpunkte  der Kolpingarbeit sollen herausgearbeitet werden, damit man noch mehr auf die Bedürfnisse der Bevölkerung eingehen kann:

  • Welche Kursangebote sind besonders notwendig?

  • Welche Altersgruppen müssen in erster Linie berücksichtigt werden?

  • Sind medizinische, psychologische, rechtliche Hilfestellungen gefragt?

  • Welche Arbeitsmaterialien für Schulen und Gruppen können hergestellt werden?

Stärkung der Mitarbeitenden

Ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen geschult und begleitet werden. Die Schulungen qualifizieren im Bereich Sozialpädagogik, Freizeitpädagogik, Sport und bieten ein vertieftes Kennenlernen der Kolping-Idee.

Die Führungskräfte lernen, wie Projekte geplant, analysiert und begleitet werden. Ehrenamtlichen Helfer lernen, wie sie Treffen und Tagungen planen und leiten, welche Rolle der Verband politisch vor Ort spielen kann, und sie führen ein Methodentraining zu Gruppenarbeiten durch.

Vernetzung über den Sport

Es wird stärker auf Austausch und gemeinsame Aktivitäten mit der örtlichen Pfarrei, mit anderen Initiativen der Diözese und der „Sportpastoral“ gesetzt. Größere Sportereignisse werden gemeinsam organisiert. Man nutzt bereits den Schwung und die Begeisterung, die die Olympischen und Paralympischen Spiele auslösen werden, um möglichst viele Kinder und Jugendliche in Sportprojekte einzubinden. Mannschaften bilden, für ein Ziel trainieren: Das sind nie nur sportliche Ziele. Denn die Teilnehmenden lernen, was sie schaffen, wie stark sie sind, dass sie durchhalten können, dass sie fair sein können, welche Freude in Anstrengung und Erfolg stecken.

Mitglieder von Kolping Brasilien posieren vor einer Wand.

Ein Grundsatz der weltweiten Kolpingarbeit ist das Vertrauen in die Fähigkeiten eines jeden Einzelnen.

Die Kolpingsfamilien von Rio brauchen Unterstützung:

  • für Schulungskräfte und einen Projektkoordinator

  • für Schulungen und Sportturniere

  • für die Ausstattung der Schulungsräume

  • für didaktisches Material

 Jetzt spenden!