Schule als Zuhause

Ganzheitliche Förderung für Kinder und Jugendliche aus einem Armenviertel in Rio de Janeiro. Jetzt spenden!

Für Giselle  war es ein Glücksfall, dass sie in die Ganztagsgruppe der Schule „Nossa Senhora do Amparo“ (Schutzmantelmuttergottes) im Stadtteil Jacarepaguá von Rio de Janeiro gekommen ist. Ihre Eltern sind den ganzen Tag weg, denn sie müssen lange arbeiten und der Weg zur Arbeit ist weit. Trotzdem verdienen sie nicht viel. In der Schule bekommt Giselle Hilfe beim Lernen und mittags etwas Warmes zu essen. „Hier fühle ich mich richtig wohl. Alle sind sehr lieb und immer für mich da“, erzählt die 8-Jährige.

Die sieben franziskanischen Ordensschwestern, die zusammen mit zwanzig Lehrerinnen und Lehrern das Leben und Lernen in der Schule gestalten, wissen, dass nur eine gute Bildung den Kindern die Tür zu einem besseren Leben außerhalb des Viertels öffnet. Und sie wissen auch, dass manche Kinder den Lernstoff nur mit spezieller Förderung schaffen. Deshalb gibt es an der Schule von Jacarepaguá neben den über 170 Tagesschülerinnen und -schülern eine Ganztagsgruppe mit 80 Plätzen für Kinder zwischen fünf und elf Jahren, die unter ganz besonders schwierigen Lebensumständen groß werden.

Giselle hat ein Bild von ihrer Schule gemalt und darunter geschrieben: "Ich liebe meine Schule". (Fotos: Taranow)

Mit Herz und Hand

Wie Schwester Inês, die Schulleiterin, sagt: „Wir sorgen dafür, dass die Kinder Freude am Lernen entwickeln und bieten Förderunterricht an, wenn es nötig ist. Aber genauso wichtig sind die Aktivitäten am Nachmittag. Durch Musik, Malen, Basteln, aber auch Kochen und Gartenarbeit werden nicht nur der Kopf, sondern auch Herz und Hand gefördert.“

Giselle mag an der Schule besonders das Essen, die Schwestern und Lehrer, den Kunst- und Sportunterricht und ihre Klassenkameraden. „Ich habe hier schon sticken, lesen und schreiben gelernt“, berichtet sie stolz und fügt hinzu: „An den Wochenenden bringe ich meinem Vater das Lesen bei. Wenn er es einmal kann, wird er sehr glücklich sein – so wie ich.“ Später möchte Giselle Tierärztin werden.

In der Schule mit ihren geregelten Abläufen und Strukturen, mit ihren Regeln für einen guten Umgang miteinander ist auch ein Ort, wo die Kinder zu sich kommen können, Ruhe finden. Das Leben in ihrem Viertel bedeutet Lärm zu jeder Tages- und Nachtzeit, Wohnen in engen, dicht aneinander gedrängten Häuschen, keinen Platz zum Spielen. Oft hat eine Familie nur ein Zimmer oder nur ein gemeinsames Schlafzimmer. Manchmal gibt es weder Wasser noch Strom. Das Spielen auf der Straße ist gefährlich, überall sind Autos und Motorräder, deren Fahrer keine Rücksicht nehmen.

Die Schule „Nossa Senhora do Amparo“ ist ein Ort, an dem die Kinder, aber auch die Eltern erleben, wie gut es tut, in einer Umgebung zu sein, die gut gepflegt ist, wo auch Schönheit und Lebensfreude ihre Bedeutung haben. Aber sie ist tatsächlich auch ein Schutzort für Kinder, die oft täglicher Gewalt ausgesetzt sind. Hier finden sie Menschen, denen sie sich anvertrauen können, die sie stärken und sich auch für sie einsetzen, wenn es nötig ist.

Auch die Eltern werden hier aufgefangen und beispielsweise in Gesprächsgruppen beraten. Sie leiden oft darunter, dass sie ihren Kindern nicht geben können, was sie brauchen, weil sie  es trotz harter Arbeit nur gerade so schaffen, den Lebensunterhalt zu sichern.

Das gilt in besonderem Maße für Kinder mit Behinderungen, die in der Schule mit besonderer Zuwendung begleitet und gefördert werden.

„Unsere Schule ist für diese Kinder ein zweites Zuhause. Hier sind sie von 7 bis 17 Uhr in einer Lern- und Lebensgemeinschaft", Schwester Inês, Schulleiterin.

Die Schule braucht Unterstützung:

  • für Lern- und Spielmaterial

  • für Lebensmittel

  • für das Gehalt von drei LehrerInnen

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